Tschernobyl Jahrestag
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- Veröffentlicht am Donnerstag, 26. April 2012 21:05

Von drinnen entweicht radioaktiver Staub in die Umwelt, von draußen dringt Regenwasser durch Risse und Löcher ins Innere - seit 26 Jahren rostet der Sarkophag von Tschernobyl vor sich hin. In diesen Tagen beginnt der Bau einer neuen Hülle für die Reaktorruine. Ein neuer Greenpeace-Report erklärt das Jahrhundertprojekt und seine Schwachstellen.
Zur Vorgeschichte
Am 26. April 1986 explodiert Block 4 des AKW Tschernobyl und löst weltweit eine Schockwelle aus. Der Traum von der sicheren und friedlichen Nutzung der Atomenergie geht in Rauch auf. Eine eilig errichtete Stahlbetonhülle um die Ruine herum soll die Umwelt schützen. Schon nach wenigen Jahren zeigen sich die ersten Risse. Nur allernotwendigste Arbeiten werden ausgeführt, um den rostigen Koloss am Einstürzen zu hindern.
Das Projekt
Seit 26 Jahren arbeiten Nuklearfirmen aus West und Ost daran, die Situation um den strahlenden Trümmerhaufen zu stabilisieren. Nahezu die gesamte weltweite Nuklearkompetenz versammelt sich in dem Projekt, das Milliarden Euro aus 24 Geberländern verschlingt. Die Finanzierung ist trotz der immensen Summen nicht gesichert. Schon jetzt sind die Kosten dreimal so hoch wie ursprünglich veranschlagt.
Der Bau der neuen Hülle - aber auch der Bau der Anlagen für die radioaktiven Abfälle der anderen Blöcke am Standort - hinkt aufgrund diverser Unwegsamkeiten gnadenlos hinter allen Zeitplänen her. Das entscheidende Problem, die Bergung des hochradioaktiven Kernbrennstoffs, ist bisher weder geplant noch finanziert. Die Auswirkungen der Reaktorkatastrophe werden noch viele Jahrzehnte andauern.
Der neue Sarkophag - das größte mobile Bauwerk der Welt
Das New Safe Confinement (NSC) besteht aus einer bogenförmigen Metallrohrkonstruktion. Gewicht: 29.000 Tonnen; Höhe: 110 Meter; Länge: 164 Meter; Spannweite: 257 Meter. Eine doppelwandige Außenhaut soll den explodierten Reaktor mit seinen radioaktiven Materialien von der Außenwelt isolieren. Wegen der hohen Strahlung kann die neue Hülle nicht direkt über der Reaktorruine errichtet werden. Er wird etwas abseits gebaut und später mittels Schienen über den Reaktor geschoben.
Für die Schienen werden insgesamt 396 Pfähle mit einer Länge von 25 Metern und einem Durchmesser von einem Meter dicht an dicht in den Boden gerammt und die Zwischenräume mit Beton ausgefüllt. Dann wird alles mit Platten aus rostfreiem Stahl bedeckt. Zum besseren Gleiten werden die Schienen mit einem Schmiermittel bestrichen und unter der Stahlkonstruktion Teflonplatten befestigt.
Der alte Sarkophag von Tschernobyl - marode und gefährlich
Während der Bau der neuen Hülle nur mühsam vorankommt, setzen Wasser und Feuchtigkeit dem alten Sarkophag weiter zu und beschleunigen den Verfall. Auch nach den Stabilisierungsarbeiten dringen jährlich ca. 2200 Kubikmeter Niederschlag durch die großen Öffnungen ein. Hinzu kommen etwa 1650 Kubikmeter durch Kondensation und 270 Kubikmeter durch das Staubunterdrückungssystem.
Inzwischen ist bekannt, dass die Staubmenge zunimmt. Die Menge radioaktiven Staubs wird heute auf etwa 1,5 Tonnen geschätzt. Beim Einsturz des Sarkophags könnten große Mengen diese Staubs freigesetzt werden und sich großräumig verteilen. Jeder schwere Sturm erhöht die Gefahr. Schon kleinere Erdbeben wären eine Katastrophe. Ein Waldbrand, der die Ruine erfasst, könnte sie weiter destabilisieren und zu erheblichen Freisetzungen führen.
Was Japan noch vor sich hat
Die Probleme in Tschernobyl lassen ahnen, was Japan noch bevorsteht - technisch wie menschlich. Das dicht bevölkerte, technisch hochentwickelte Land befindet sich mitten in einer atomaren Katastrophe. Nach dem Erdbeben und dem Tsunami gerieten vier Reaktoren außer Kontrolle, noch heute gelangt Radioaktivität in die Umwelt.
Derzeit wagt niemand, den Ausgang der Katastrophe in Fukushima zu prognostizieren. Fest steht, dass die Menge von hochradioaktivem Kernbrennstoff in den zerstörten Reaktoren noch wesentlich größer ist als die Menge im Unglücksreaktor von Tschernobyl. Eine Bergung dürfte nicht einfacher sein.
Noch zehn Jahre Atomausstieg in Deutschland
Japan zeigt - wie damals Tschernobyl, wie auch Majak und Windscale und die vielen anderen Unfälle in Atomanlagen - dass Atomenergie eine nicht beherrschbare, eine menschenverachtende Energieform ist. Selbst der Atomausstieg Deutschlands wird sich noch rund zehn Jahre hinziehen. Dass er bis 2015 technisch möglich und sinnvoll ist, zeigt das Greenpeace-Energiekonzept "Der Plan"..
Die Energiewende ist überfällig, Konzepte liegen seit Jahren vor. Was fehlt, ist der Wille und Mut von Politik und Industrie, zügig und konsequent den Weg in eine Zukunft mit Erneuerbaren Energien zu gehen.
Fukushima Mahnwache
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- Veröffentlicht am Sonntag, 11. März 2012 20:11
Ein Jahr nach der Katastrophe
Mahnwache - Gelnhausen - Obermarkt

Mahnwache - Fukushima
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- Veröffentlicht am Mittwoch, 07. März 2012 00:15
10.03.2012 - 18.00Uhr - Obermarkt

Am 11. März 2011 wurde Japan vom stärksten Erdbeben seiner Geschichte erschüttert. Mit dem Beben und dem verheerenden Tsunami wurde ein Horrorszenario wahr - das AKW Fukushima Daiichi gerät außer Kontrolle.
Die Katastrophe von Fukushima hat gezeigt, dass sichere Atomkraft ein Mythos der Atomlobby ist. Zwar wurde der Super-GAU durch das große Erdbeben in Ostjapan und den dadurch ausgelösten Tsunami verursacht. Doch die Hauptgründe liegen im Versagen der Politik und den von der Industrie bestimmten Vorschriften. Hundertausende Menschen in Japan baden dieses Versagen jetzt aus. Für sie ist die Katastrophe noch lange nicht vorbei.
Wir werden öffentlich der Menschen und der Umwelt in und um Fukushima gedenken.
Jeder der mit uns daran teilhaben möchte kann am 10.03.2012 um 18.00Uhr mit einer Kerze zum Obermarkt in Gelnhausen kommen.
Umweltschützer fordern: Artenreichtum erhalten und Klimaschutz fördern
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- Veröffentlicht am Mittwoch, 22. Februar 2012 23:48
Greenpeace Gelnhausen protestierte am Samstag, den 25.02.2012, von 10.00Uhr bis 14.00Uhr Uhr an der Kinzigbrücke in Gelnhausen gegen die Waldpolitik. Passanten konnten sich an dem Protest beteiligen.
Die Umweltschützer sammelten Unterschriften für einen Einschlagstopp in öffentlichen Buchen- und Laubwäldern die über 140 Jahre alt sind.

Die unabhängige Umweltschutzorganisation Greenpeace betreibt seit dem 2. Februar ein Waldcamp im bayerischen Spessart. Die Aktivisten vermessen und dokumentieren alte Buchen, um Karten der besonders wertvollen Bestände zu erstellen. Dabei haben sie Einschläge im öffentlichen Wald aufgedeckt, die eindeutig gegen das nationale und europäische Naturschutzrecht verstoßen.

Bereits 2007 hat die Bundesregierung in der nationalen Biodiversitätsstrategie beschlossen zehn Prozent der öffentlichen Wälder nicht mehr forstwirtschaftlich zu nutzen und der natürlichen Entwicklung zu überlassen. Doch von den ursprünglichen Buchenwaldflächen Deutschlands sind nur 0,2 Prozent vor der Holznutzung geschützt. Bund und viele Landesregierungen ergreifen keine weiteren Maßnahmen zum Schutz naturnaher Wälder, während die Forstwirtschaft weiterhin die urigen Buchenwälder vernichtet.
Mittlerweile führt der weltweit gestiegene Rohstoff- und Energiebedarf dazu, dass selbst Buchenholz als Brennholz in Kraftwerken verfeuert wird. Auch werden ganze Stämme direkt nach Fernost verschifft - für gerade mal 90 Euro pro Tonne. So machen Buchenwälder heute nur noch knapp fünf Prozent der Landfläche Deutschlands aus. Und sogar diese sind in Gefahr: Alte Buchen werden eingeschlagen. Dadurch wird auch lebenswichtiges Totholz mit Höhlen und Rissen für die Tierwelt beseitigt.
Die momentan ansteigende Waldnutzung in Deutschland hat einen negativen Einfluss auf das Klima. Noch 1990 wurde weniger Holz genutzt als jährlich nachwuchs. Und unsere Wälder entzogen der Atmosphäre etwa 80 Millionen Tonnen CO² (knapp acht Prozent der damals produzierten Emissionen). In den folgenden Jahren führte die zunehmende Nachfrage nach Holz, auch als Brennstoff, zu einem erhöhten Einschlag. 2011 konnte der deutsche Wald nur noch 2 Millionen Tonnen CO² aufnehmen.



